Fairness beim Schach

  • Also ganz ehrlich: Fairness beim Schach gibt es ebenfalls nicht. Man muss nicht mal bis zur "Klo-Affäre" beim Topalov-Kramnik WM-Match gehen. Das geht schon bei den Amateuren los. Wenn man zum Telefonieren rausgehen will, bestehen die Gegner teilweise darauf mitzukommen, um zu kontrollieren, ob man nicht heimlich den Schachcomputer befragt. Und das in der Kreisliga... :D:D;(


    Online wird auch nur noch geblitzt, damit man nebenher keine Engine befragen kann. Macht auch keinen Spaß. Ich setze mich da lieber mit guten Freunden ans Schachbrett und trinke dabei einen gepflegten Rotwein.


    Sorry, jetzt bin ich wirklich weit vom Thread abgeschweift.

    Der Themenbezug im anderen Thema war, dass schach an sich faire Voraussetzungen für beide Spieler bietet. Diese können mit mehreren Stragtegien erfolgreich sein.

    Dies ist bei der Breitenförderung mit Scouts oder mit Zeitaufwand nicht gegeben, da in einem Fall in 40er Grenze gilt, im anderen nicht.

    Im Wesen des Spiels liegt demnach in einem Fall (Schach) Fairness vor, im anderen (Förderung des Breitensports im TTM) nicht (obwohl diese da sein müsste!)


    Um eine Beurteilung der Schachspieler oder Manager des Tischtennismanagers ging es mir eindeutig nicht.




    Da Du aber ganz bemerkenswerte Gedanken zu dem ein oder anderen Schachfreund geäußert hast, möchte ich hier darauf eingehen:


    Wegen der Klo-Affäre ist Topalov bis heute auch einer der unbeliebtesten Topspieler unserer Tage. Dem Mitspieler, der an einer Krankheit leidet Computerbetrug zu unterstellen und das derart aggressive auftretend ... Danilov, sein Manager, hat auch beim bulgarischen Schachverband in anderer Sache viel Schaden angerichtet ...


    Zum Telefonieren-Fall während eines Ligaspiels in der Kreisliga habe ich eine Rückfrage: Geht es um einen Spieler, dessen Partie bereits beendet war, oder spielte derjenige noch?


    Im Internet werden regelmäig Leute erwischt, die beim Blitzen ein Programm hat, dass für sie Züge ausführt. Das ist technisch kein Problem (wenn man sich ein bisschen besser auskennt wie ich ;-) ). Ich bekomme jedenfalls regelmäßig Ratingpunkte erstattet, weil ich gegen solche Gegner verloren habe. Da bin ich immer wieder erstaunt, weil das dann Partien waren, wo ich einfach dachte, dass ich schlecht gespielt und der Gegner mti natürlichen Zügen gewonnen hat.


    Rotwein ist nicht so meines und ich weiß nicht wie regelmäßig Du in Bayern oder Sachsen unterwegs bist. Einstweilen können wir gerne am Wochenende mal die ein oder andere Partie im Internet machen.

  • Ich fürchte, überall wird betrogen, sofern es die Möglichkeit dazu gibt. Tischtennis ist ja auch nicht sauber. Und gerade beim Online Schach ist die Versuchung doch riesig. Ist ja auch nicht nachweisbar, wenn jemand einen offline Schachcomputer neben sich stehen hat.

  • Dies ist bei der Breitenförderung mit Scouts oder mit Zeitaufwand nicht gegeben, da in einem Fall in 40er Grenze gilt, im anderen nicht.

    Im Wesen des Spiels liegt demnach in einem Fall (Schach) Fairness vor, im anderen (Förderung des Breitensports im TTM) nicht (obwohl diese da sein müsste!)

    Ich glaube, du verrennst dich da etwas.


    Mit Fairness hat das nun ganz und gar nichts zu tun. In einem Spiel gibt es verschiedene Strategien. Sollte eine Strategie zu stark werden muss der Spielemaster einschreiten, damit das Spiel nicht langweilig wird. Sollte eine Strategie schwach sein, kann ein Spielemaster etwas ändern muss es aber nicht.


    Man kann versuchen verschiedene Strategien konkurrenzfähig zu halten. Dies hat aber absolut gar nichts mit Fairness zu tun, sondern lediglich damit ein Spiel interessant zu gestalten.


    Unfair wäre es, wenn du jahrelang deine Strategie spielst, nach 5 Jahren endlich die Million auf dem Konto hast und dann würde plötzlich überraschend eine Vermögenssteuer eingeführt und deine Strategie NACHTRÄGLICH zerstört. So etwas würde ich als "unfair" betrachten.


    Wenn man so denkt wie du aktuell, dann ist Schach überaus unfair, weil die Dame mehr darf als der Turm usw.. Das ist doch unfair!! Alle Figuren müssen die gleichen Möglichkeiten haben. Oder?


    Selbst dein Beispiel, dass jemand drei Damen möchte, wäre nicht unfair, da dann natürlich BEIDE die Möglichkeit bekommen müssten mit drei Damen zu spielen und damit ist es wieder fair.


    Genauso ist es hier, jeder kann jede Strategie spielen, also ist es fair. Unfairness kann es nur gegenüber Spielern gegen, nicht gegenüber Strategien.

  • Das mit der fehlenden Fairness bei den Jugi-Strategien würde ich ehrlich gesagt anders sehen. Für mich ist das wie im Schach zu Partiebeginn: jedem stehen alle Eröffnungen offen. Man entscheidet sich dann einfach für eine Variante - und das mit allen Vor- und Nachteilen. Damit muss man dann die Partie bestreiten. Beim TTM entscheide ich mich eben, ob ich Scouts nehme oder nicht. Der Vorteil beim TTM gegenüber Schach ist sogar, dass ich beim TTM die Startegie jederzeit ändern kann.


    Ja, Topalov hat dank seines Managers jetzt einen schlechten Namen. Ich war früher ein paar Mal in Wijk aan Zee. Da habe ich Danailov gesehen. Ein Unsympath wie er im Buche steht. Das mit der Klo-Affäre war wirklich für das ganze Profi-Schach ein Rückschlag. Auf Krankheiten des Gegners derart unsportlich zu reagieren hat dem Ansehen des Spiels ziemlich geschadet.


    Der Telefoniefall hat sich in meiner noch laufenden Partie abgespielt. Bin aufgestanden und habe mein Handy genommen. Mein Gegner hat darauf bestanden, mich zu begleiten. Eben mit der Begründung, ich könnte ja einen Schachcomputer auf dem Handy haben und damit die Stellung analysieren.


    Dass Leute im Internet so erwischt werden, ist mir neu. Wie kann man das nachweisen, dass einer beim Blitzen noch eine Engine laufen hatte ? Indem man die Züge mit der Engine abgleicht und dann unterstellt, dass ein Amateur niemals auf so etwas kommt ? Auf jeden Fall besorgniserregend. Und erklärt das Misstrauen zwischen den Spielern. Hab mich mal angemeldet und nach jemanden gesucht, der längere Bedenkzeit spielt. War aber keiner bereit.


    Beim Getränk bin ich flexibel. :) Bin in Bayern zuhause (südlich von München). Wenn Du mal in der Gegend bist, können wir gerne eine (oder mehrere) Partie spielen. Eine Partie im Internet kann ich mir auch vorstellen. Allerdings spiele ich Blitz nur selten. Ich mag es, über einer Stellung zu grübeln. Muss jetzt nicht klassische Bedenkzeit sein, aber so 30 Minuten plus Inkrement sollte es schon sein. Da muss aber natürlich das Vertrauen da sein, dass ich nebenbei nicht den Kollegen Fritz laufen habe.


    Können uns gerne mal zu einer Online Partie verabreden. :thumbup:

  • Der Telefoniefall hat sich in meiner noch laufenden Partie abgespielt. Bin aufgestanden und habe mein Handy genommen. Mein Gegner hat darauf bestanden, mich zu begleiten. Eben mit der Begründung, ich könnte ja einen Schachcomputer auf dem Handy haben und damit die Stellung analysieren.

    Also die bayerische Turnierordnung gestattet den Gerbauch des Handy während laufender Partie nur im Falle des Bereitschaftsdienstes. In diesem Fall muss man das vorher bekannt geben. Andernfalls kann ein Klingeln des Handys zum Partieverlust führen.

    Zudem gibt es in der Turnierordnung den Passus, dass man alles zu unterlassen hat, was den Anschein hat, dass man die Möglichkeit zu betrügen hätte. Das bedeutet nicht, dass jeder unter Generalverdacht steht, sondern dass es fair ist, nichts zu tun, was diesen Eindruck erwecken könnte. Wenn jemand, der am Zug ist, den Turniersaal verlässt, gibt es die Möglichkeit des Gegners deshalb auf Sieg zu reklamieren (weiß aber nicht ob das in allen Turnierordnungen drin steht, bei uns in Nordschwaben geht es auf jeden Fall, auch wenn man damit in der Praxis kulant umgeht).

    Während der Partie ist es auch nicht gestattet das Turnierareal, also beispielsweise der Gaststätte in der gespielt wird, plus Rauchenecke davor, zu verlassen. Das ist unabhängig ob Kreisliga oder Bundesliga.

    Hinter einem Gegner während laufender Partie würde ich allerdings nicht hinterher. Das stört die eigene Konzentration zu sehr. Zudem würde ich es nicht wahrnehmen, wo mein Gegner hingeht oder ob er überhaupt aus dem Raum geht. Ich achte eher darauf, mögliche Toilettengänge so zu legen, dass ich nicht raus muss, wenn ich am Zug bin. Bei meinem Mitspieler ist mir das egal.

    Wenn regelmäßig gegnerische Mannschaft direkt vor der Tür des Spielsaals über laufende Partien diskutieren, dann sage ich natürlich schon etwas.


    Ist während irgendeiner Sport- oder Wettkampfveranstaltung für aktive Spieler das Telefonieren verlaubt?

  • Hallo TT Gemeinde :-)


    Hier in diesem Thread geht es ja um Fairness...


    Ich habe folgende Tabelle gesehen heute, und kann mir diese nicht erklären.


    Warum liegt Golden Gate vor Henneckenbruch in der Tabelle ?


    Gleiche Punkte


    Gleiche Satz und Spielbilanzdifferenz...


    Wobei mehr gewonnene Sätze und Spiele bei Henneckenbruch ...


    Meine es nicht böse, ist mir nur aufgefallen :-)


    Wer kann das Rätsel lösen :-)

  • Ich vermute mal, dass die Sache an sich recht simpel gehalten ist.

    Das "XX : XX" stellt ja ein Verhältnis dar und ein Verhältnis bringt eben einen Quotienten (Ergebnis einer Division) hervor und keine Differenz. (Ergebnis einer Subtraktion)


    Somit ergibt sich also bei Golden Gate ein Spielverhältnis von rund 1.33 (73/55) und bei Henneckenbruch von rund 1.31. (76/58)

  • Ich vermute mal, dass die Sache an sich recht simpel gehalten ist.

    Das "XX : XX" stellt ja ein Verhältnis dar und ein Verhältnis bringt eben einen Quotienten (Ergebnis einer Division) hervor und keine Differenz. (Ergebnis einer Subtraktion)


    Somit ergibt sich also bei Golden Gate ein Spielverhältnis von rund 1.33 (73/55) und bei Henneckenbruch von rund 1.31. (76/58)

    Das habe ich beim Tischtennis noch nie gehört.


    Donald hat eigentlich recht, so wäre es im echten Tischtennis auf jeden Fall.